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Tuesday, February 06, 2007
GERMAN: Interview with Becker on Davis Cup ("War regelrecht geschockt")
Benjamin Becker wird im Davis Cup gegen Kroatien sein Debüt für Deutschland geben. Im Interview spricht der 25-Jährige über seine überraschende Nominierung und seine Erwartungen an den ersten Einsatz. Zudem äußert sich Becker über die Chancen auf ein mögliches Erreichen des Viertelfinales.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Davis Cup?
Becker:
Ich habe überhaupt keine. Ich war noch nie bei einem Davis- Cup-Spiel - nicht einmal als Zuschauer. Und ich stand noch nie in einer deutschen Nationalmannschaft. Auch nicht in der Jugend.

Sind Sie aus allen Wolken gefallen, als Sie nominiert worden sind?
Becker:
Ja natürlich. Ich war gerade auf dem Weg zum Training daheim in Florida und war regelrecht geschockt. Ich bin dann direkt ein bisschen übermotiviert ins Training gegangen. Patrik Kühnen hat mich gefragt, ob ich Lust habe. Da habe ich gelacht und gesagt: Na klar, super, danke. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.

Haben Sie mit Florian Mayer gesprochen, nachdem Sie ihm den Platz überraschend weggeschnappt haben?
Becker:
Wir haben beim Turnier in Delray Beach zusammen trainiert. Aber über den Davis-Cup speziell haben wir uns nicht unterhalten. Es ist schade für Flo, dass er nicht dabei ist, obwohl er in Australien sehr gut gespielt hat.

Glauben Sie, dass Ihre Nervenstärke den Ausschlag gegeben hat?
Becker:
Ich weiß nicht. Ich habe natürlich einige enge Spiele gehabt, wie zum Beispiel das bei den US Open gegen Andre Agassi, die mich mental sehr viel weiter gebracht haben. Da habe ich gezeigt, dass ich mich ganz und gar auf das Tennis konzentrieren kann und nicht auf das Drumherum. Kann sein, dass das ein Argument war.

War das Agassi-Match der wahre Beginn Ihrer Profi-Karriere?
Becker:
Für viele war das der Anfangspunkt meiner Karriere, weil ich da das erste Mal auf einer größeren Bühne gespielt habe. Da haben mich einige Leute zum ersten Mal wahrgenommen; sie kennen jetzt meinen Namen. Aber das war nicht unbedingt die Stunde null.

Wären Sie früher nominiert worden, hätten Sie dann auf einen Turnierstart in Übersee in der Woche vor dem Davis Cup verzichtet?
Becker:
Schwer zu sagen. Mein Turnierplan stand schon lange fest. Aber wir haben immer noch eine Woche, uns gut vorzubereiten. Das sollte reichen, weil wir es gewohnt sind, die Zeitzonen zu wechseln und uns schnell umzustellen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den Kroaten?
Becker:
Ivan Ljubicic und Mario Ancic sind absolute Weltklasse. Ich habe nur einmal gegen Ljubicic gespielt und mit ihm trainiert. Deshalb kenne ich ihn ein bisschen. In Bangkok, das war auch in der Halle, habe ich im vergangenen Jahr 6:7, 5:7 verloren. Dabei hätte ich den ersten Satz gewinnen müssen nach 6:4 im Tiebreak.

Was erwarten Sie von Ihrem Davis-Cup-Debüt?
Becker:
Ich hoffe, das zweite Einzel bestreiten zu dürfen. Dass ich gut spielen und die Energie von den Zuschauern mitnehmen kann. Und natürlich, dass ich gewinnen kann.

Wie groß sehen Sie die Chance, das Viertelfinale zu erreichen?
Becker:
Wir sind krasse Außenseiter. Das weiß wohl jeder. Aber wir spielen zu Hause, haben die Zuschauer im Rücken, da kann viel passieren. Und wir haben einen Tommy Haas im Team, der in Australien bis zum Halbfinale unglaublich gespielt hat. Tommy ist einer der besten Spieler der Welt. Der kann an einem guten Tag jeden schlagen. Wenn alle in Topform spielen, sehe ich unsere Chancen.

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